Freitag, 2. April 2010

Touchstone - Calgary and back overnight

Ich denke es ist mal wieder Zeit euch das neuste vom neusten zu berichten und ein paar mehr Details vom Farmleben nieder zu schreiben.
Jeder Morgen beginnt um halb 8. Zähne putzen und Fühstück stehen dann für jedermann auf dem Programm. Gut, manch einer kommt erst um 5 vor 8 aus den Federn und schiebt sich dann schnee eine Banane rein, denn um 8 gehts dann auf zu den Pferden. Oder manchmal auch um viertel nach, wenn die Motivation eher am Boden ist und meistens dann auch Hanna (eine Deutsche) frei hat...denn sie ist immer diejenige, die alle zum Stall kiegen will. Meist geht sie dann auch schon pünktlich um 8 alleine los und füttert dann schon die Hengste mit deren Spezialfutter. Wie auch imme...ich bin meist einer von denen die in einer Gruppe losgehen und wir müssen dann erst einmal die Pferde nahe am Haus tauschen, damit die einen zum Wasser und die anderen zum Futter kommen. Warum das ganze: Weil sie sich gegenseitig nicht verstehen und so mussten sie getrennt werden.
Anschließend alle zum Stall. Die einen gehen dann auf den Trecker, fahren zu den Heuballen auf dem Feld und fütter verschiedene Pferdeherden, indem sie die aufgeladenen Heuballen ausrollen, was eine ziemliche Prozedur sein kann, wenn die Heuballen nicht so rollen wollen, wie sie sollen.
Einer von den Restlichen geht Hanna mit den Hengsten helfen: Heu auf die Weide bingen, Ställe misten, Schubkarren mit Mist auf den Misthaufen bingen (das schlimmste an allem!!!), noch ein paar andere Pferde zum Wasser bringen und fegen.
Die anderen, somit die meisten, gehen in den hinteren Bereich des Stalls und müssen alle Fohlen für Pelletts bringen und andere 6 Pferde zum Wasser. Außerdem die beiden Kühe zum Wasser und so andere Fohlen von einer anderen Pferdebesitzerin für Palletts und zum Wasser bringen. Außerdem werden alle Pferde, die Kühe und die Ziegen gefüttert. Als noch alles gefroren war mussten dann noch zwei Pferdeherden zum Wasser gebracht werden, was immer richtig lange gedauert hat!
Von 12 bis 14 Uhr ist dann Mittag angesagt. Essen!!! Man hat da auch immer so einen Bärenhunger, sodass man den der kocht die ganze Zeit stresst :-D
Um 14 Uhr wird dann bis 16 Uhr alles gemacht was gerade ansteht. Zeune reparieren, irgendwo aufräumen, neues Futter für die Ziegen holen etc. Diese Arbeit ist meist nicht so amüsant, aber muss auch gemacht werden. Wenn man dann aber endlich 16 Uhr erreicht hat beginnt man mit der sogenannten „chores“, den täglichen Arbeiten im Stall: Pferde und Kühe füttern, Kuh melken, Ziegen füttern, Hengste reinbringen…
Auch wenn sich diese ganze Arbeit nicht besonders spektakulär anhört macht sie jede menge Spaß! Vorallem wenn man so nette und lustige Arbeitskollegen hat, mit denen man jeden „Scheiß“ veranstalten kann. Auf Ponys wild durch den Stall reiten, oder Schlammschlachten im Matsch (der Modder geht bis zu den Waden) sind nur zwei von vielen witzigen Dingen die so veranstalten werden. Manch einer verliert dabei schon mal ein Stück Zahn, wird vom Hund gebissen, oder hat sonst igendwelche Blessuren davon genommen, doch am Ende des Tages geht mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach Hause, freut sich auf die Dusche und das bereitete Dinner und lässt den Abend bei einem Bierchen oder zwei ausklingen.
Ein, zwei oder mehrere Bierchen gab es auch am Ostersamstag beim Osterfeuer auf einer Bisonfarm. Bis um 24 Uhr (wir mussten ja alle am nächsten Morgen arbeiten) haben wird dort gefeiert, Bisonburger gegessen und einen wundervollen Abend erlebt. Ich war eh schon Hundemüde, weil wir einen Tag davor einen Nachttrip nach Calgary unternommen hatten. Die Farm hat nämlich zwei Pferde verkauft gehabt und diese mussten nach Calgary gebracht werden – Nachts. So sind Hanna, Hélène, Chris und ich nach Calgary nach der Arbeit nach Calgary gegurkt und haben die guten Tiere abgeliefert. Das komplette Dinner hatten wir dabei im Gepäck und so wurde die 2x 5 Stunden fahrt zu einem lustigen Erlebnis mit Bratkartoffeln, Würstchen und zum Teil verschüttetem Yoghurt. Kaputt wie Hund in Mayerthorpe zurück haben wir und dann dazu entschieden noch schnell zu viert die Front-Arbeit (siehe oben) zu erledigen und somit länger schlafen zu können und die Leute am nächsten Morgen zu entlasten. Eine wunderbare Aktion mit einer Menge Spaß.
Wunderbar war auch mein Ostersonntag auf der Touchstone Farm, um wieder zurück zu diesem Thema zu kommen. Vor dem Lunch musste ein jeder erst einmal sein Ei mit seinem Name im Garten suchen. Wenn man dieses fand durfte man ab ins Haus und dort Schokoeier suchen, was zu einem großen Wettkampf wurde. Ich hab mit 16 gefundenen Schokoeiern gewonnen. Hat mir aber nichts gebracht :D Das Lunch fand anschließend in großer Runde von 18 Leuten statt und bestand aus Lauchgemüse, Würstchen, vielerlei selbstgemachtem Käse, besondere Brötchen und natürlich jeder Menge Eiern. Gütigerweise haben sie uns eine Stunde länger frei geben und so ging die Arbeit um 15 Uhr weiter.
Das große Dinner mit einem ganzen Schwein, grüner Bohnen und allerlei anderer Leckereien wurde wieder in großem Kreise veranstaltet. Anschließend gaben Anna und ich noch eine Tanzstunde zu den anderen und der tolle Abend wurde auch so um 23 Uhr beendet.

Ich muss sagen, dass ich eine wirklich tolle Zeit auf der Farm und ich sehr traurig bin, dass diese am Samstag schon vorüber ist, doch meine Reise durch Kanada muss ja auch weiter gehen und ich habe große Pläne die ich das nächste Mal verkünden werde!

Alles Liebe und Frohe Ostern an alle!!!

Euer Kai

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